Fachbeitrag: Futtermittelallergien bei Hunden

Eine Futtermittelallergie kann in jedem Alter, bei jeder Hunderasse und unabhängig vom Geschlecht auftreten. (Foto: futalis)
Eine Futtermittelallergie kann in jedem Alter, bei jeder Hunderasse und unabhängig vom Geschlecht auftreten. (Foto: futalis)

„Immer häufiger leiden Hunde unter Futtermittelallergien“, sagt Tierärztin Dr. Maria Hänse von futalis. Allergische Reaktionen ziehen unter anderem dermatologische Probleme nach sich. Nicht selten lösen Milchprodukte, verschiedene Getreidesorten und Rindfleisch allergische Reaktionen bei Hunden aus. Wie lässt sich eine Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen im Futter diagnostizieren? Und welche Rolle spielt dabei eine Ernährung mit einem bedarfsangepassten Hundefutter? Die Expertin für Hundeernährung klärt in diesem Gastbeitrag auf.

Definition und Symptome von Futtermittelallergien

Bei einer Futtermittelallergie ist das Immunsystem des Hundes beteiligt: Es reagiert überempfindlich auf bestimmte Futterbestandteile, die sogenannten Allergene. Diese werden beim Erstkontakt vom Organismus als Fremdkörper erkannt und in den Abwehrzellen abgespeichert. Kommt der Hund erneut mit dem Allergen in Berührung, schütten diese Zellen Antikörper aus, was zu den Symptomen einer Futtermittelallergie führt.  Dabei kommt es sehr selten zu Sofortreaktionen. Die ersten Anzeichen treten erfahrungsgemäß nach mehreren Stunden oder sogar Tagen auf.

Prinzipiell kann eine Allergie bei jedem Hund auftreten. Meistens zeigen sich die Beschwerden sporadisch und sind oftmals nicht eindeutig. Etwa zehn Prozent der betroffenen Hunde entwickeln eine Unverträglichkeit gegenüber mehreren Inhaltsstoffen. Bei vielen Patienten wird die Diagnose einer Futtermittelallergie durch andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen erschwert.

Eine Futtermittelunverträglichkeit kann in jedem Alter, bei jeder Hunderasse und unabhängig vom Geschlecht auftreten.
Die Folgen sind überwiegend dermatologisch. Ein typisches und sehr belastendes Symptom ist der Juckreiz (Pruritus). Dieser äußert sich häufig an Kopf, Pfoten, Ohren, Hals, Bauch- und Achselbereich. An den genannten Hautstellen kann es zu Rötungen kommen, die durch übermäßiges und permanentes Kratzen und Benagen ausgelöst werden. In manchen Fällen sind auch wiederkehrende Ohrenentzündungen (Otitiden) auf eine Futtermittelallergie zurückzuführen. Durch die Selbsttraumatisierung können Sekundärinfektionen entstehen. Typische sekundäre Erkrankungen der Haut sind Haarausfall, Krusten- und Schuppenbildung, Pusteln sowie haarlose Hautstellen durch Beißen und Kratzen an den Gliedmaßen.

Auch gastrointestinale Störungen oder Verdauungsprobleme wie Durchfall, Erbrechen, Flatulenz, Magen-Darm-Krämpfe und wechselnde Kotkonsistenz deuten auf eine empfindliche Reaktion auf bestimmte Futtermittel hin. Bei etwa 15 Prozent der Hunde mit Hautreaktionen sind zudem gastrointestinale Symptome zu beobachten. Häufig weisen Hunde mit Futtermittelallergien eine lange Krankheitsgeschichte auf. Da die auftretenden Symptome sehr unspezifisch sind und auch andere Erkrankungen hierfür verantwortlich sein können, wird der Verdacht einer Futtermittelallergie oft recht spät ausgesprochen.

Befund per Ausschlussdiät

Ob und auf welche Futtermittel ein Hund allergisch ist, wird anhand einer Eliminationsdiät festgestellt. Blut- und Hauttests liefern in der Regel keine zuverlässigen Diagnosen. Die Ausschlussdiät ist ein bewährtes Mittel, um Futtermittelallergien ausfindig zu machen. Der Prozess einer Eliminationsdiät dauert etwa zehn Wochen. Dabei erhält der Hund nur jeweils eine Kohlenhydratquelle und eine Proteinquelle, also eine Fleischsorte. Wird der Hund unter dieser Fütterung symptomfrei, ist eine Futtermittelallergie sehr wahrscheinlich. Im Anschluss sollte eine sogenannte Provokation mit dem alten Futter erfolgen. Treten die Symptome erneut auf und legen sie sich wieder bei Fütterung der Ausschlussdiät, ist die Diagnose Futtermittelallergie gestellt.

Um nun herauszufinden, welche Futtermittel verantwortlich für die Reaktion sind und in Zukunft gemieden werden sollten, werden der Futterration schrittweise einzelne Bestandteile beigemengt – solange, bis die Allergene identifiziert wurden. Nach der Diagnosestellung gilt es, ein ausgewogenes und bedarfsdeckendes Futter zu finden, das die allergieauslösenden Futterkomponenten nicht enthält und gut vom Hund vertragen wird.

Allergien durch ein maßgeschneidertes Hundefutter verhindern

Wurden beim Hund Unverträglichkeiten diagnostiziert, sollten allergieauslösende Bestandteile im Hundefutter konsequent vermieden werden. Eine erfolgsversprechende Behandlung ist nur durch eine Ernährungsumstellung zu erreichen. Dafür eignet sich eine sogenannte hypoallergene Futterzusammensetzung. Bei futalis können Hundehalter ihnen bekannte Allergene aus der eigenen Rezeptur ausschließen. Die Ration berücksichtigt alle individuellen Besonderheiten des Hundes und vermeidet unverträgliche Komponenten. Somit lassen sich Allergien durch individuell zusammengestellte Inhaltsstoffe verhindern.

Die Futterzusammensetzung sollte im besten Fall lediglich aus jeweils einer gut verträglichen Kohlenhydrat- und Proteinquelle bestehen. Als Proteinlieferanten eignen sich seltene Fleischsorten wie Schweinefleisch, da es aufgrund seiner günstigen Aminosäuremuster hoch verdaulich ist. Jedoch sollte das Schweinefleisch nur im erhitzten Zustand in der Hundeernährung zum Einsatz kommen. Auf rohes Schweinefleisch sollte wegen der Infektionsgefahr verzichtet werden. Auch bestimmte Getreidesorten können bei Hunden allergische Reaktionen hervorrufen. Hunde mit Allergien sollten daher auf eine getreide- und glutenfreie Ernährung umgestellt werden. Als Ersatz für Getreide hat sich die Süßkartoffel bewährt, die besonders schonend für den Magen-Darm-Trakt ist. Auch Reis ist ein meist gut verträglicher Rohstoff. Grundsätzlich sollte die Liste der Inhaltsstoffe so kurz wie möglich gehalten werden.

Dr. Maria Hänse
… ist Tierärztin und im Fachgebiet der Tierernährung tätig. Sie arbeitete mehrere Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig und widmet sich nun der Weiterentwicklung des futalis-Ernährungskonzeptes, das es ermöglicht, ein Futter mit individueller, auf den Bedarf jedes einzelnen Hundes angepasster Rezeptur herzustellen.

6 Kommentare

  1. Linda sagt:

    Sehr informativer Beitrag! Hat mir sehr gefallen.

  2. Jasmin sagt:

    Super Beitrag -danke hierfür – müssen uns derzeit leider auch eingehender mit der Thematik beschäftigen, da unser Vierbeiner arge Probleme hat :(

  3. Vivien sagt:

    Liebe Inka, vielen Dank für deinen Beitrag.
    Wir stehen vor der Entscheidung, einen Hund aufzunehmen – unseren ersten Hund – und sind noch dabei, uns über korrekte Haltung und Pflege zu kümmern.

    Ich hoffe, dass unsere kommenden Lieblinge keine Probleme mit dem Futter bekommen werden.

  4. Mario sagt:

    Guter Beitrag
    Meine Hund hatte auch eine Allgergie nachdem ich die Ernährung umgestellt habe ging es dann wieder bei ihm

  5. Fiona sagt:

    Man glaubt garnicht, was man mit einer Umstellung der Ernährung bei seinem Vierbeiner alles erreichen kann.

    Bei unserem Hund war es lange Zeit nicht klar, gegen was dieser einer Allergie hatte, bis es wirklich das Trockenfutter war. Nach dem Austausch des Futters war unser Hund echt wie ausgewechselt.

    Nur schade, dass es nicht immer os einfach ist festzustellen, was der Vierbeiner hat oder gegen was er genau allergisch ist.

    Gruß
    Fiona

  6. Ella sagt:

    Ein sehr schöner Beitrag! Bin jetzt ein wenig schlauer und werde mehr auf das Futter meines Hundes achten! Danke!

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