Was bringt das neue Hundegesetz?

Niedersachsen will seit Langem ein neues Hundegesetz verabschieden. Die jetzige Fassung soll – nach diversen Beißunfällen  – verbessert werden. Das Ziel: mehr Sicherheit. Der Landtag wird von kommender Woche an über den Gesetzentwurf des Agrarministeriums beraten. Die ersten Details daraus sind aber bereits bekannt. Demnach sollen alle Hunde einen Chip bekommen, außerdem wird eine Tierhalterhaftpflichtversicherung vorgeschrieben, und Hundehalter müssen einen sogenannten Sachkundenachweis erbringen. So weit, so gut.

[Update: Das Kabinett hat heute, am 1. Februar 2011, den Entwurf zum neuen Hundegesetz in Niedersachsen beschlossen. Hier geht es direkt zum Gesetzentwurf im PDF-Format.]

Ich gehe an dieser Stelle mal der Frage nach, was das neue Hundegesetz wohl bringt. Was haltet ihr von den geplanten neuen Vorschriften für Hundehalter in Niedersachsen? Diskutiert mit mir hier im Hundeblog.

Erst mal begrüße ich die Grundidee, das niedersächsische Hundegesetz zu ändern, um die Sicherheit für alle zu erhöhen. Ist dies aber mit den geplanten neuen Vorschriften zu erreichen?

» Ein Mikrochip für jeden Hund

Autos haben eine Fahrgestellnummer, Menschen einen Personalausweis und alle Hunde in Niedersachsen künftig einen Mikrochip? Warum nicht. Alle Rassehunde haben längst so einen Chip statt der früher üblichen und für den Hund wesentlich schmerzhafteren Tätowierung. Hunde, die im Tierheim landen, bekommen ebenfalls durchweg einen Chip. Und wer ins (europäische) Ausland reisen will mit seinem Hund, muss ihn auch vorher chippen lassen (Stichwort: EU-Heimtierausweis).

Der Mikrochip ist übrigens ein sogenannter RFID-Chip, für Hunde (und Katzen) ist er etwa so groß wie ein Reiskorn. Der Chip wird vom Tierarzt mit einer Spritze an der linken Halsseite unter der Haut platziert. Das kostet maximal 50 Euro. Mit einem Lesegerät kann die Chipnummer jederzeit abgelesen werden. Diese Nummer wiederum ist registriert, zumeist bei Tasso, dem größten europäischen Haustierregister. Wechselt ein Hund also den Besitzer, muss lediglich der Besitzerwechsel gemeldet werden. Der Hund braucht keinen neuen Chip.

Meine Hunde sind alle gechippt, denn sie sind vom Züchter oder aus dem Tierschutz. Außerdem haben alle den EU-Heimtierpass, damit wir jederzeit nach Dänemark an den Strand fahren können. Ich halte es für sehr sinnvoll, seinen Hund eindeutig mit einem Mikrochip zu kennzeichnen. Und da es meines Wissens keinerlei Nebenwirkungen und Nachteile des Chippens gibt, begrüße ich eine Vorschrift, nach der alle Hunde einen Mikrochip implantiert bekommen.

Natürlich wird die Chippflicht keinen einzigen Beißunfall verhindern. Aber immerhin ließe sich so jederzeit einfach feststellen, wem ein Hund gehört. Nach einer Beißattacke kann das nützlich sein.

» Tierhalterhaftpflichtversicherung ein Muss

Da bin ich schon lange dafür! Jeder Hundehalter sollte eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abschließen. Jeder Autofahrer muss sich schließlich auch versichern für den Fall, dass er Schäden verursacht – egal, wie vorsichtig er fährt. Auch ein wohlerzogener und angeleinter kleiner Hund macht vielleicht mal „Wuff!“, und schon purzelt Oma über den Bordstein und bricht sich den Oberschenkelhals. Was ich sagen will: Auch ein sehr kleiner Hund kann sehr große Schäden verursachen. Und dagegen sollte man sich versichern.

Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung kostet maximal 150 Euro im Jahr. Es gibt aber auch deutlich günstigere Versicherungen. Ich selbst zahle nur etwa 180 Euro pro Jahr für alle vier Hunde zusammen.

Indes wird die Verpflichtung, eine Tierhalterhaftpflichversicherung abzuschließen, auch keinen einzigen Beißunfall verhindern. Nach einer Attacke kommt aber auf jeden Fall jemand, nämlich die Versicherung, für den entstandenen Schaden auf.

» Sachkundige Hundehalter

Wer einen Hund halten will, sollte dafür geeignet sein und mit Hunden umgehen können. Das unterschreibe ich sofort. Es ist bloß schwierig, diese Eignung zu belegen. Auch denke ich, dass ein Rudel Herdenschutzhunde höhere Anforderungen an den Hundehalter stellt als ein einzelner Cavalier King Charles Spaniel. Wie also soll ein Hundehalter belegen, dass er geeignet ist und mit Hunden umgehen kann? Die Bundestierärztekammer hat einen Katalog aufgestellt mit den Kenntnissen und Fähigkeiten, die ein Hundehalter haben sollte.

Wie genau der Sachkundenachweis aussieht, den Hundehalter in Niedersachsen laut Gesetzentwurf bald erbringen sollen, steht noch nicht fest. Es könnte der VDH-Hundeführerschein sein. Dagegen hätte ich nichts. Wenn denn jeder Hundehalter ausreichend Zeit bekommt, die Prüfung in einer Hundeschule oder einem Hundeverein abzulegen. Die Kosten für Kurs- und Prüfungsgebühren müssten meines Erachtens in einem anständigen Rahmen bleiben. Hunde dürfen keine Luxusgüter werden – obwohl die Freundschaft eines Hundes definitiv ein kaum zu bezahlender Luxus ist, ein Luxus, den ich persönlich jedem gönne.

Ich denke, dass mehr sachkundige Hundehalter die Zahl der Beißvorfälle auf jeden Fall verringern können. Allerdings ist es lächerlich, wenn all diejenigen, die schon mal zwei Jahre lang Hundesteuer gezahlt haben, von der Pflicht, ihre Sachkunde nachzuweisen, befreit werden sollen. Derlei Bestandsschutz ist zwar gut gemeint, aber die gewünschte Wirkung kann das neue Hundegesetz so nicht entfalten. Einzig Neuhundehalter müssten dann ja künftig einen Sachkundenachweis erbringen.

Mein Fazit: Zwei der drei geplanten neuen Vorschriften erhöhen die Sicherheit definitiv nicht, sind aber dennoch zu begrüßen. Allein die Regel, dass Hundehalter sachkundig sein sollen, könnte helfen, dass weniger Menschen und Tiere durch Hunde zu Schaden kommen, was definitiv sehr zu begrüßen ist. Das gelingt aber nur, wenn der Sachkundenachweis nicht nur von denen zu erbringen ist, die noch gar keinen Hund hatten.

Man soll ja nicht meckern, ohne einen besseren Vorschlag zu haben. Statt den einmaligen Sachkundenachweis von jedem (neuen) Hundehalter verpflichtend zu machen, sollten meiner Ansicht nach alle Gemeinden verpflichtet werden, ihre Hundesteuersätze dahingehend zu verändern, dass sich Sachkunde lohnt. Würde beispielsweise die Hundesteuer für einen Hund im Jahr von 150 Euro auf 50 Euro sinken, nachdem der Besitzer mit diesem Hund erfolgreich eine Begleithundeprüfung absolviert oder einen Hundeführerschein macht hat, würde sich das doch jeder überlegen – und auch machen.

Und nun seid ihr dran: Was haltet ihr vom geplanten neuen Hundegesetz? Nutzt die Kommentarfunktion, um mit mir und anderen zu diskutieren.

Längere Stellungnahmen veröffentliche ich auch gern als Gastbeitrag. Einfach per E-Mail an grappamaus@msn.com schicken.

24 Kommentare

  1. Uwe Mäurer sagt:

    Guter Beitrag, Inka. Die Idee mit der differenzierten Hundesteuer ist innovativ, vielleicht findet sie Promotoren. Verdient hätte sie es.

  2. Heike Fröchtling sagt:

    Meist lese ich ja nur still mit, aber heute möchte ich auch einmal meinen Senf dazugeben:

    Inka, dein Beitrag hat mir aus der Seele gesprochen.

    Übrigens, Uwe, ist die Idee gar nicht so innovativ, es gibt tatsächlich schon Gemeinden, die von der Steuer befreien, wenn der Hund eine BH abgelegt hat. Leider wohne ich dort aber nicht.

    Ich stimme voll zu, dass ein Sachkundenachweis nur für Neuhundehalter, sorry, Blödsinn ist. Nichtsdestotrotz würde ich es begrüßen, wenn ähnlich wie bei der BH der Sachkundenachweis nur einmal erbracht werden muss. Seinen PKW-Führerschein macht man ja -so man sich unauffällig verhält- auch nur einmal. Alles andere wäre staatliche Geldschneiderei.

    Führt das Ganze eigentlich dazu, dass nur noch volljährige Bürger einen Hund ausführen dürfen? Überhaupt finde ich es schwierig, dass zwar der Hundehalter in die Pflicht genommen wird (nicht falsch verstehen, das ist im Grundsatz gut!), aber sich anscheinend “inkompetente” Menschen nach wie vor mit einem Hund in der Öffentlichkeit bewegen dürften.

    De facto macht mir das doppelt Kopfschmerzen: Entweder darf das 16jährige „Kind“ der Familie den Hund nicht mehr ausführen oder aber jeder sachunkundige Mensch wird auf die Öffentlichkeit losgelassen, so lange sein Hund auf dem Papier einem anderen gehört. Wobei ich, glaube ich, gerade bei meinem Hauptproblem angekommen bin: Sachkundenachweise schützen nicht, solange das Problem die Einstellung des Hundehalters oder Hundeführers zu seinem Tier ist. Ich vergleiche das mal mit denen, die durchaus mal gelernt haben, dass Alkoholverbot Steuer a) Gesetz und b) sinnvoll ist und die trotzdem volltrunken ein Fahrzeug führen.

    Die meisten verantwortungsvollen Hundehalter haben ihre Hunde ohnehin gechipt und versichert, oft haben sie auch eine Begleithundeprüfung abgelegt. Und ob man den anderen mit Gesetzen und Verordnungen, die sich einfach umgehen lassen, beikommen kann, bezweifle ich sehr.

  3. Sandra Braun sagt:

    Hallo Inka, ich denke, dass ein Gesetz, dass alle Hundehalter betrifft nicht viel hilft. Es wäre viel sinnvoller bei konkreter Gefährdung gezielt vorzugehen. Wir haben in der Nachbarschaft eine alleinerziehende Mutter mit einem Goldierüden, die nur alle Jubeljahre mit ihm ausgeht. Dann hat aber jeder Rüdenbesitzer Angst. Dieser hat sich nun letzten Herbst losgerissen als er Balou gesehen hat und sich auf ihn gestürzt und gebissen. Das Resultat war, dass Balou unter Vollnarkose operiert werden musste. Ich habe den Vorfall dem Peiner Veterinäramt gemeldet, die das als normale Agression zwischen Rüden abtaten und mir rieten dem Goldie aus dem Weg zu gehen. Solange die Veterinärämter nicht bereit sind zu handeln nützt auch kein Sachkundenachweis oder Mikrochip.

  4. Inka Burow sagt:

    Danke, Uwe, tatsächlich ist meine Idee nicht neu. Sie müsste nur flächendeckend umgesetzt werden. Ich selbst zahle nur die halbe Hundesteuer für jeden Hund mit BH. Und angesichts meiner eigenen Vorschläge werde ich die BH mit dem restlichen Teil meines Rudels dieses Jahr angehen.

    Heike, dein Einwand ist soooo wichtig. Es ist in der Tat entscheidend zu wissen, ob ich meine Hunde noch von Verwandten und Freunden ausführen lassen kann. Darf man – ohne Sachkundenachweis – Nachbars Hund pflegen, wenn der Nachbar im Krankenhaus oder im Urlaub ist? Und in Familien? Müssen alle sachkundig sein? Puh! Dabei passieren die meisten Beißunfälle meines Wissens in Familien bzw. unter Bekannten im Haus. Mehr Sachkunde (z.B.: Nie Kinder und Hunde unbeaufsichtigt lassen!) wäre da sicher gut.

    Und schließlich hast du, Sandra, auch recht: Ich erinnere mich daran, dass ich einen Mann angezeigt habe, dessen Hund zwei Schafe totgebissen hatte. Der Polizist sagte nach dem Besuch vor Ort zu mir: “Der Hund hat nicht mal gebellt, als wir gekommen sind, der ist also ganz lieb.” Da war ich sprachlos, und das heißt schon was.

  5. Christine Pestka sagt:

    @Sandra Braun: genau solche Begegnungen fürchte ich auch.

    Denn, mal ganz gelinde gesagt: wenn ich meinen Hund (Border Collie, 18 kg) anleine und spazierengehe, kann es sein, dass er Pech hat, und ein nicht angeleinter, nicht kontrollierbarer Hund begegnet uns und möchte meinem Hund seine Meinung sagen… wegen solcher Begegnungen habe ich stets eine Flasche Pfefferspray dabei, und bin auch nicht zimperlich, sie anzuwenden (Windrichtung prüfen…).

    Ansonsten gehe ich dort, wo ich keine oder nur sehr wenige andere Hunde (und deren Halter, ohne Leine, irgendwo weit entfernt vom prollig herumlaufenden Macho-Rüden) antreffe.

    Stichwort neues Hundegesetz Niedersachsen:

    Meiner Meinung nach bringt es nichts, nur alle diejenigen mit einem Sachkundenachweis zu “bestrafen”, die auch Hundesteuer zahlen. Dann sind diejenige, die sowieso keine Hundesteuer zahlen, auch garnicht erfasst bzw. können nicht zur Verantwortung gezogen werden.

    Ähnlich wie beim PKW-Führerschein halte ich es für sinnvoll, dass man VOR der Anschaffung eines Ersthundes einen Sachkundenachweis (und den entsprechenden Kurs) belegen und bestehen muss. Wer nun schon einen Hund hat, und keine BH bzw. keinen Sachkudnenachweis bestanden hat, muss diesen JETZT machen. Alle.

    Zweitens zum Sachkundenachweis: wer jetzt keinen Sachkundenachweis besitzt, muss diesen nacholen. So lange darf er seinen Hund nicht unangeleint laufen lassen. ALLE. Auch der Dackel Fritz von Oma Frieda kann Schaden anrichten, daher muss sie nachweisen, dass sie in der Lage ist ihn zu halten und zu führen. Ansonsten darf er nicht unkontrolliert herumlaufen. Wenn Oma Frieda nicht mehr in der Lage ist einen Sachkundenachweis zu bestehen, kann sie auch keinen Hund mehr unangeleint halten/führen. Punkt. Ist beim Auto ja das gleiche…naja, sollte so sein. Wer nicht mehr im vollen Besitz seiner geistigen / körperlichen Kräfte ist, bekommt den FS bei Auftreten des fehlerhaften Verhaltens ggf. abgenommen oder muss nachweisen, dass dies sicherlich nicht mehr passiert. So einfach ist das. Abwendung von Gefahr von der Allgemeinheit.
    Es könnte auch DEIN Kind sein, was dem zu spät gebremsten Auto von Oma Frieda vor die Stoßstange läuft bzw. mit den Zähnen des Dackels Fritz unfreiwilligen Kontakt hat.

    Meine Meinung zum Chippen: ALLE Hunde. Stellt dauerhaft sicher, dass der Hund identifiziert werden kann UND einem Halter zugeordnet werden kann.

    Meine Meinung zur Hundehalterhaftpflicht: ALLE Hundehalter sollten diese haben müssen. Genauso wie beim Auto…der Schaden (und seine Folgen), den ich anrichten kann durch unsachgemäße Handhabung bzw. in unvorhersehbaren Situationen kann (nicht nur) finanziell größer sein, als ich zu bezahlen im Stande bin. Die Risiken UND auch die Verantwortung, die ich durch die Haltung eines Hundes der Gesellschaft gegenüber trage (=Lebewesens mit eigenem Charakter UND Zähnen) müssen jedem bewusst sein.

    So, tutti completti für heute. :-) Und nun zerhackt mich.

  6. Heike Fröchtling sagt:

    @ Christine Pestka: Hart, aber richtig!
    meinem beitrag hätte ich auch noch etwas hinzuzufügen:
    Welchen Stellenwert hat denn in diesem unseren Land der Hund samt Halter, wenn ein vom wachsamen Familienhund gebissener Einbrecher Schadensersatz verlangen kann, weil der Halter kein entsprechendes Warnschild an seiner Tür angenagelt hat?

  7. Christine Pestka sagt:

    KONSEQUENZ nenne ich das für mich.

    Mein Hund muss mit meiner Konsequenz leben. Manchmal ist das sehr hart für ihn, doch bis jetzt hat weder er selbst dadurch einen Schaden erlitten noch ein anderes Lebewesen (Kinder, Radfahrer, Jogger, flüchtendes Wild) verletzt.

  8. Inka sagt:

    @Christine: Hier zerhackt dich keiner!
    Ich kann dir ohnehin nur in allen Punkten zustimmen.

  9. Frauke Sender sagt:

    Hallo,

    eigentlich gehöre ich auch eher zu den stillen lesern, möchte mich aber dazu einmal äußern.
    Also grundsätzlich finde ich die Grundidee sehr gut! Aber leider wird es (denke ich) nicht praktikabel sein. Denn erstens werden die Gemeinden den neuen Arbeitsaufwand der damit zusammenhängt wahrscheinlich nicht machen. Denn das jeder Hundehalter einen Sachkundenachweis machen muß ist schon ein riesen Aufwand, aber dazu müssten die Beamten erstmal an jeder Tür klingeln und überprüfen ob wirklich jeder Hund in de gemeine angemeldet ist. Wird das gemacht? Jeder hund erfasst der noch nicht erfasst ist? Wie viele rutschen da durchs raster? Warum haben denn so viele Leute Hunde, und halten die nicht Artgerecht?

    ich kenne im Nachbarort einen Doggenbesitzer der einmal am Tag kommt und mit der Dogge spazieren geht und ihr frisches Wasser und Futter hinstellt. Sie kann durch eine Hundeklappe in den 10qm großen eingezäunten (Bretterzaun) Garten. Ansonsten ist die Dogge den ganzen tag im haus alleine und soll es bewachen denn es steht leer…
    Das Vet.-Amt sagt dazu nur das es der Dogge gut geht und solange sie versorgt wird und regelmäßig raus kommt (und wenn es nur einmal am Tag ist) und Futter hat, können die nichts machen… Eigentlich eine Sauerei!!! Vielleicht sollten wir da anfangen und jeden wirklich in die Pflicht nehmen.

    @Christine: Das mit den ungewollten Hundebegegnungen kenne ich gut mit Emilio. Denn der sagt auch nicht nein wenn ihn einer “Anmacht”. Leider kann er das Echo immer nicht vertragen, also gehe ich hunden aus dem Weg die ich nicht kenne und sehe zu das er sonst an der Leine ist bzw. greife mir den anderen Hund wenn er sich meinen packen möchte. Denn auf meine beiden kann ich zählen das die zwei nicht von alleine anfangen. Antworten ja, anfangen nein.

  10. Huhu,

    ich kann mich vielen Punkten anschließen. Chippen und Versicherung muß einfach für alle sein – da brauch man glaub ich nicht zu diskutieren, auch kleine Hunde gehen mal verloren, und ob es ein kleiner oder großer Hund ist, der einen Autounfall mit Personenschäden verursacht… Haftpflicht muß sein!

    Wo es bei mir grummelt ist die “Sachkunde” – wer bestimmt was das überhaupt ist, wie wird wer von wem mit welchen Konsequenzen(!!) geprüft.
    Ich habe in NRW gewohnt, als dort die Bestimmungen erlassen wurden und hatte meine damalige Schäfermix-Hündin (20/40-Hund) seit 6 Jahren, konnte das nachweisen und brauchte dementsprechen keinen Sachkundetest machen. Ich ahb einfach das Kreuzchen an der entsprechenden Stelle gemacht. Im Grunde genommen, finde ich eine solche Möglichkeit nicht richtig – wie schon oben geschrieben: ALLE müßten diese Prüfung ablegen.

    Ich weiß aber auch, dass es komplett unterschiedliche Vorstellungen darüber gibt, wie man Hunde erzieht, wie man in gewissen Situationen verhalten soll (ich erinnere mich, dass in dem NRW-Sachkundetest (die Fragen konnte man sich ja problemlos samt antworten ergooglen…) bei Angstverhalten “Ignorieren” die richtige antwort war, und es natürlich *hust* bei Strafe verboten sei, den Hund “zu trösten”, “Weil das die Angst versträrkt!!!”
    Das steht zweifellos immer noch so da drin, auch wenn es immer noch genaus falsch ist, wie vor zehn Jahren. Wer schreibt also diese Tests und auf welchen Grundlagen?
    und wird nur theoretisches Wissen abgefragt? Oder wäre es vielleicht auch sinnvoll, das Team mal in live zu begutachten – da gilt dann wieder das gleiche Bauchgrummeln wie oben – wer begutachtet, auf welchen Grundlagen und vor allem: wird denn der Trainingsstand einies Hundes mit in Betracht gezogen? z.B. sind zwei meiner Hunde nicht “verkehrssicher” und würden durch alles an Prüfung rauschen, was es derzeig gibt. Aber ich weiß das und verhalte mich entsprechend so, dass ich meine Umwelt und die Hunde nicht gefährde – aber trotzdem würden wir die Prüfung nicht bestehen – die würde wahrscheinlich nicht mal der Crispel bestehen, weil wir manche Sachen einfach nie geübt haben, weil ich die in meiner Umwelt nicht brauche. Mir fiele es z.B. niemals ein, mit einem Hund an Straßen ohne Leine zu laufen, dementsprechend lassen unsere “Freifolge”-Künste sehr zu wünschen übrig.
    In diversen Prüfungen darf man auch keine “Triebmittel” dabei haben – das macht Sinn, wenn man für Hundesport trainiert, aber ich mache keinen, und habe daher fast immer irgendwas zur Bestärkung dabei, weil sich auch immer ein Verhalten findet, das bestärkt gehört ;D
    Das ufert jetzt aus, gehört für mich aber in das “was wird wie geprüft”-Problem.

    Dowas läßt sich doch nicht nach Schema F in ein Prüfungsschema pressen…

    Und das aller größte Hindernis ist, das haben auch schon mehrere geschrieben: der wahnsinnige bürokratische Aufwand, der betrieben werden müßte, wenn man sicherstellen wollte, dass man nicht eh nur die halter “erwischt”, die eh brav Steuern zahlen, und sich zum größten Teil verantwortungsvoll mit ihren Hunden verhalten.
    Die, die nicht erwischt werden wollen, werden weiterhin Schlupflöcher finden – und das werden wie immer genau diese Leute sein, denen auch Erziehung, Sachkenntnis, Rücksichtnahme auf andere und so weiter am Po vorbei gehen.

    Was mir richtiges Kopfzerbrechen bereitet: Was ist die Konsequenz, wenn jemand durch die Prüfung rauscht? Nimmt man dem den Hund dann weg? Muß man dann in Hundeschule Hart aber Herzlich, um sich “nachschulen” zu lassen? Muss man die Prüfung so lange wiederholen, bis man die Fragen alle fein auswendig gelernt hat? Wer bestimmt, welche Sachkenntnis der Prüfer haben muß?

    Wer prüft den Prüfer? Denn ganz ehrlich – ich lass mich nicht von so einem “rucke seit 50 Jahren Hunden auf dem XY-Platz mit Kettenhalsband durch WZ-Prüfung” oder “bilde seit Generationen Jagdhunde mit nem Britzel-Halsband aus”, oder “mir ist schon seit Amtsantritt egal, das Züchter ABC seine Schäferhund unter erbärmlichsten Zuständen hält!” prüfen!!!

  11. Catha sagt:

    Jetzt liegt ja der Entwurf zum Gesetz vor, und (besonders) zwei Punkte haben bei mir spontan Stirnrunzeln erzeugt:

    Bei der Definition eines “gefährlichen Hundes” heißt es zu Anfang: “Erhält die Fachbehörde einen Hinweis darauf, dass ein Hund [...] eine gesteigerte Aggressivität aufweist, insbesondere
    1. Menschen oder Tiere gebissen oder sonst eine über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft, Angriffslust oder Schärfe gezeigt hat[...]”
    Daraus lese ich, dass Beißen allgemein schon für “gesteigerte Aggressivität” gehalten wird. Das ist für mich am natürlichen Verhalten eines Hundes vorbei gedacht. Vor allem, wenn man an all die Fälle denkt, in denen Hunde erst durch das uneinsichtige Verhalten des Menschen dazu gebracht werden, den Gebrauch ihrer Zähne als letzten Ausweg zu sehen.

    Und unter “Allgemeines” heißt es zum geplanten zentralen Tierregister:
    “Der laufende Betrieb des Registers kann durch Gebühreneinnahmen von den Hundehalterinnen und Hundehaltern gedeckt werden.”
    Soll wohl heißen, dass wir demnächst neben der (nicht zweckgebundenen) Hundesteuer noch zusätzlich zur Kasse gebeten werden…

    Ich bin mir allgemein nicht wirklich sicher, ob sich durch das neue Gesetz wirklich etwas zum Positiven verändern wird…

  12. Emmi sagt:

    Wie soll das neue Gesetz die Sicherheit erhöhen und “Beißunfälle” reduzieren?

    Ich habe auch große Zweifel hinsichtlich der Durchführbarkeit und der Sinnhaftigkeit der geplanten Maßnahmen und stimme Martinas Anmerkungen zu.

    Auch ich frage mich “wer kontrolliert die Kontrolleure?” Welche Normen sollen gelten?
    Hundeschulen habe ich gemieden, nachdem ich “Hundeschulmenschen” erlebt habe. Da wurde nach meinem Welpen, beim Versuch, einen Menschen anzuspringen, mit Stiefeln getreten oder geraten, ihm eine Zigarette auf die Nase zu drücken… Oder mir endlich einen Stachelwürger zu kaufen, damit der Hund nicht mehr an der Leine zieht. Alles Maßnahmen, die in verschiedenen Hundeschulen von gebildeten, zivilisierten Menschen gelernt wurden.

    Die Form der Erziehung ist auch eine moralische Frage, die jeder Mensch individuell beantworten muss. Viele Hundeschulen setzen auf Unterwerfung und Brechen des Willens. Mein Weg ist das nicht!

    Die Kriterien, die für die Prüfung beschrieben werden, werfen Fragen auf:
    Was passiert, wenn mein zweijähriger Husky-Mix Rüde manch andere Rüden nicht mag und heftig aufbegehrt?
    Was passiert, wenn der Zwergpinscher von Oma Wilma partout nicht ohne aggressives Kläffen andere Hunde passieren lässt?
    Oder Oma Wilma gar nicht fit genug für eine solche Prüfung ist?
    Wenn sie das Geld für die Prüfung (oder den Chip) einfach nicht über hat?
    Muss Oma Wilma dann den Hund ins Tierheim geben?
    Was passiert mit dem “erfahrenen Hundehalter”, der mir, als mein Hund 12 Wochen alt war, den Tipp gab, “ihm ordentlich was mit dem Lederriemen zu geben, damit das Temperament rausgeht”? Darf der seinen, mit anderen unverträglichen, Hund behalten, weil er “Erfahrung” hat? Klar, denn er hat seinen Hund ja schon seit Jahren und muss keine Prüfung ablegen.

    Zum Thema Sicherheit durch Chips: da ist es doch wie mit Überwachungskameras, die auch keine kriminelle Handlung verhindern, sondern nur bei der Aufklärung helfen und Menschen in trügerische Sicherheit versetzen können. Gibt es Statistiken, wonach gechipte Hunde seltener -oder bestenfalls gar nicht- aggressiv andere Lebewesen angreifen oder verletzen? Schreckt der Chip verantwortungslose Hundehalter ab und führt zu erwünschtem Verhalten?

    Hinzu kommt für mich der Aspekt des Fremdkörpers. Meinem Hund tue ich nichts an, was ich nicht auch für mich verantworten könnte. Und ein Chip unter der Haut kommt da ja wohl gar nicht in Frage!

  13. Vorab: Von einer eventuell neuen/überarbeiteten Hundeverordnung halte ich nichts.
    Warum?
    A) Eine Verordnung/ein Gesetz greift nur bei Menschen, die sich auch an solche halten. Hundehalter, die schon in der Vergangenheit ihre Hunde z.B. steuerlich nicht gemeldet haben, werden sich auch durch eine Neufassung nicht ändern.
    B) Eine Chippflich ist zwar vom Grundsatz noch vertretbar, nützt jedoch nur dann etwas, wenn ein behördliches Register geschaffen wird. Tasso z.B. als Verein mit undurchsichtiger Spendenverwendung ist da keine Alternative.
    C) Eine Haftpflichtversicherung ist auch i.O., löst jedoch nicht das Problem bei gefährlichen Hunden, bei denen der Halter bewußt/unbewußt versagt hat. Sie kann lediglich Folgeschäden mindern, schwere Beißvorfälle jedoch nicht verhindern.
    D) Ein Hundeführerschein/eine Sachkundeprüfung ist sehr starkt von der Einstellung des Prüfers abhängig. Komme ich z.B. mit meinen Kangals (Herdenschutzhunde) an einen Schäferhundmenschen, dem Unterordnung alles bedeutet, habe ich, bzw. meine Hunde schon verloren.
    E) Der Verwaltungsaufwand (und damit der Kostenfaktor) wird erheblich sein, wenn die Gemeinden eine solche Verordnung durchsetzen wollen/müssen. Letztendlich werden diese Kosten wohl auf die Hundehalter abgewälzt werden, die dies zusätzlich zur ohnehin nicht nachvollziehbaren Hunde-Luxussteuer zahlen müssen.
    F) Als für mich wichtigstes Argument zählt: Es gab in Niedersachsen im letzten Jahr vielleicht geschätzte 50 heftigere Beißvorfälle. Dies ist zwar bedauerlich, doch rechtfertigt dies einen solchen Aufwand?
    Wie viele Menschen stürzen z.B. in dem gleichen Zeitraum bei Haushaltsarbeiten oder beim Obstpflücken von der Leiter und verletzen sich? Sollen nun alle Haushaltsleitern überprüft werden?
    Ich denke, man sollte “die Kirche im Dorf lassen”.

  14. Inka Burow sagt:

    Auf Hundeplätze hat sich in den vergangenen zehn Jahren sehr viel verändert. Und auch die allermeisten Hundetrainer haben sich weitergebildet. Willenbrechen war definitiv gestern!

    Es gibt viele ausgezeichnete Hundeschulen und Hundevereine. Man muss sich halt ein bisschen umgucken, um etwas Passendes zu finden. Die Autowerkstatt um die Ecke ist ja auch selten die, in die man fährt. Und meinen Zahnarzt suche ich mir auch nicht aus, indem ich ins Telefonbuch gucke und den nächstgelegenen nehme.

    Aber die Frage, wer die Prüfer prüft, ist trotzdem spannend.

    @Emmi: Wenn Oma Wilma nicht fit genug für eine Begleithundeprüfung o.ä. ist, dann sollte sie meines Erachtens definitiv keinen Zwergpinscher halten!

    @Klaus Schaper: Vielen Dank für den Beitrag. Ich stimme voll und ganz zu!

  15. pauli sagt:

    Meine Begeisterung für eine Vorschrift zum Chippen von Haustieren mit RFID-Chips hält sich arg in Grenzen.

    Ich möchte nicht, dass mein Hund mit meinem Datensatz spazieren geht, den man jederzeit abrufen kann. Mit einem Chip, den man jederzeit orten kann – und mich beim Gassigehen gleich mit.

    Das was man offiziell verhindern möchte – Beißattacken etc. -, kann man dadurch eh nicht ausschließen.

    Es ist mir unverständlich, dass Menschen sich für eine vermeintliche Sicherheit so einer Kontrolle aussetzen wollen. In Hamburg ist kein Bus, keine Straßenbahn sicherer geworden, weil sie durch Kameras überwacht werden.

    Und ich bin gespannt, ob meine Nachbarn auf St. Pauli ihre Kampfhunde Chippen lassen, die illegal gezüchtet, erworben und ohne vorgeschriebene Papiere gehalten werden.

    Wer glaubt, er kann sich Sicherheit erkaufen, indem er sich immer mehr kontrollieren lässt, irrt gewaltig!

  16. pauli sagt:

    PS: Ich weiß nicht, ob es externe links hier erwünscht sind… aber hier geht es zu einer sehr interessanten ARTE-Doku zur Kombination von RFID und GPS auf Youtube
    http://www.youtube.com/watch?v=iIcQSOLxiBg&NR=1

  17. Sehr netter Blog :) ich kann einiges davon für mich mitnehmen. Mach weiter so!

  18. Oliver sagt:

    Hallo Inka,

    seit vielen Monaten besuche ich regelmäßig Deinen Blog um mich ein wenig auf dem laufenden zu halten. Erst einaml ein generelles Kompliment: Deine Artikel sind sehr angenehm zu lesen und ich finde, Du hast auch immer wieder Themen ausgesucht, die interessant sind!
    Dieser Artikel hat es mir natürlich – von Berufswegen – besonders angetan. Du hast natürlich recht, wenn Du sagst, keine Versicherung verhindert einen Beissunfall! Aber aus der täglichen Praxis kann ich Dir sagen, daß es wirklich erschreckend ist wenn man sieht wieviele Hundehalter KEINE Hundehaftpflicht haben. Wir werden dann aufgeregt kontaktiert mit der Bitte im Nachgang noch etwas zu machen – doch dann ist es leider zu spät. Du sprichst von einem Jahresbeitrag von EUR 150! Das geht aber auch wirklich günstiger und man ist trotzdem wirklich umfangreich versichert. Guck mal hier: http://www.tierversicherung.biz/hundeversicherung/hundehaftpflicht.php
    Mal ganz ehrlich: scheitert es an diesen 50 Euro im Jahr bei einem Hundehalter? Ist es nicht eher Vergesslichkeit? Oder weil man das Bedürfnis nicht richtig erkennt?

    Ich persönlich finde es gut, denn eine Hundehaftpflicht MUSS Pflicht sein auch im Sinne der Geschädigten! Stellt Euch einmal vor, ein Hund beisst jemanden und der Halter ist nicht versichert und hat auch kein Geld – was dann?

    Ansonsten noch einmal ein dickes Lob für Deine tolle Seite! Ich werde weiterhin regelmäßig vorbei kommen und freue mich auf viele weitere tolle Berichte!

  19. Elisabeth Dombrowsky sagt:

    Wenn ich daran denke, über wieviele Hundehalter ich mich ärgere, weil sie unangeleint ihren Bello auf meinen losgehen lassen, dann fände ich es schon gut, wenn eine kleine Sachkundeprüfung verlangt würde. Sie müsste jedoch einheitlich sein, denn es gibt auch Hundeschulen, die grundsätzlich die Hunde darauf “einstellen”, dass sie frei herum laufen. Es gibt aber Hunde, die gerne eine körperliche Kommunikation pflegen (ohne deshalb beißen zu wollen) und dann ist das Geschrei groß. Was bringt es,wenn mein Hund angeleint ist und der andere tatenvoll auf ihn zugeht. Ich finde auch die Regelung nicht gut, dass ein Nachweis genügt, dass man zwei Jahre schon einen Hund gehalten hat. Es gibt Leute, die haben 40 Jahre Hunde gehabt und sind trotzdem rücksichtslos und lassen ihren Hund machen, was er will. Es sollte auch eine Prüfung sein, die besagt, dass der Hund alltagstauglich ist und nicht nur auf dem Hundeplatz seinen Übungen perfekt exerzieren kann. Auf jeden Fall plädiere ich auf gegenseitige Rücksichtnahme! Deshalb kann der Hund immer noch Gelegenheit haben, sich frei zu bewegen und sich individuell zu entwickeln.

    Ich lese immer wieder gern Deinen Hundeblog! Tschüssi Eli

  20. carla sagt:

    Im grossen und ganzen finde ich das Niedersaechsische Hundegesetzt garnicht so schlecht immerhin gibt es keine ” Rassenlisten” und es ist ein Versuch alle Hunde gleich zu behandeln, unabhaengig von Groesse oder genetischer Geschichte.
    Den Sachkundenachweis finde ich als Idee sehr nett finde aber das jeder ihn machen muesste.
    Ein perfektes Hundegesetzt wird es wohl nie geben da gesetzte numal von Politikern und nicht von leuten mit Hundeerfahrung bzw. dem noetigem Sachverstand.
    Was ich mir dennoch wuenschen wuerde ist mehr kontrolle bei der Hundezucht jeder x-beliebige kann seinen hund in deutschland unbedarft vermehren und dass wo die Tierheime brechend voll sind ausserdem hat das meiste “fehlverhalten” seine Wurzeln im Welpenalter. Hunde die waehrend dieser Zeit. Falsche Welpenaufzucht ( fehlende umwelt einfluesse waehrend der Praegephase usw.) fuehrt meist zu den sogenannten “Problemhunden”.
    Generell wird man leider nie jeden Hundehalter per gesetzt zwingen koennen sich Verantwortlich zu verhalten z.B. kommt mir jemand mit seinem angeleinten Hund entgegen nehme ich meinen Hund selbstverstaendlich auch an die Leine egal ob er sich angeblich mit jedem versteht.
    Schoen zu lesen, das es doch noch Hundebesitzer mit verantwortung und gesundem Menschenverstand gibt.
    Ciao Carla

  21. Franczesko sagt:

    Ich bin ein Rechtsbrecher! Einer dem man es nicht ansieht, weil ich nicht versoffen mit meinem Hund durch Fußgängerzonen renne, um Hundefutter zu erbetteln. Ich bin ein Rechtsbrecher, weil ich seit fünfzehn Jahren einen Hund halte und noch niemals Hundesteuer bezahlt habe. Allenfalls könnte mein Tierarzt noch meine Sachkunde nachweisen. Außerdem gibt es in dieser Republik mehr Pferde als Hundewege!

    Ich bin ein Rechtsbrecher, weil meine 13 Jahre alte Hündin nicht in die Tierverwertungsanstalt gelandet ist, nachdem ich Sie einschläfern lassen musste, sondern von mir in einem Wald (gerade noch in der Tolleranzgrenze lt. Tierarzt) in meiner Nähe begraben wurde. Ich bin ein Rechtsbrecher, weil ich meinen jungen Hund Francesko mit Liebe erziehe und vielleicht mit viel Liebe auch viel falsch mache. Franczesko liebt alles was Beine hat. Es war auch keine Mühe im Liebe zu lehren. Er mag die alten Damen in unserem Wald, er freut sich über jeden den er trifft, auch die Behinderten aus dem benachbarten Wohnheim. Franczesko ist groß, schwarz und läuft an meinem Fahrrad wie ein Freund mit dem ich Joggen gehe. Wir beide sind uns die Einzigen! Soll ich jetzt nachweisen, dass ich allein durch Zahlung von Hundesteuer einen Hund halten kann??? Ich fahre mit meinem Hund auch nicht ins Ausland! Muss ich meinen Hund jetzt chippen lassen, damit in jemand indentifizieren kann, den es gar nicht gibt. Wenn mein Hund mich verlassen würde, dann habe ich etwas falsch gemacht. Der Chip würde nur dazu führen, dass der Hund wieder in meine Hände gelangt. Das mag den geldverseuchten Hundezüchter freuen. Wenn mich mein Hund verlassen würde, wäre er selber schuld. Das mit der Haftpflichtversicherung finde ich ok! Das werde ich auch abschließen, allein um Schaden zu mildern, wenn er den entstehen sollte. Da bin ich voll dabei!

    Einen Hundeführerschein lehne ich ab! Nicht weil ich nicht wüsste, dass es viele Menschen gibt, die mit Hunden nicht umgehen können, denn das Problem ist immer am Ende der Leine und eine Wesensprüfung müsste beim Halter und nich am Hund begangen werden. Ein Hundehalter aber kann sich gute 60 Minuten verstellen, der Hund aber kann dem Prüfer nicht sagen:: ey Typ, dafür kann ich nix!

    Nein, ein Hundeführerschein ist soviel wert wie die Befugnis am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen. 80% aller Autofahrer sind potenzielle Selbstmörder. Alle mit Führerschein!

  22. Checkdass sagt:

    Dies Gesetz ist einzig und alleine da um die Hunde in diesem Land zu reduzieren.
    Ältere Menschen, die sich einen Hund anschaffen möchten, meist ein kleiner Pfiffi sind gar nicht in der Lage die Kosten für Chippen, Versicherung und Hundeführerschein aufzubringen. So werden wir in einigen Jahren mit Sicherheit weniger Hunde haben. Die Besitzer von “schwarzen” Hunden können eine Haltung nicht nachweisen und müssen dann auch den Hundeführerschein machen. Das Ganze wird sich auf die Wirtschaft auswirken. Hundenahrung, Hundeartikel Hundeschulen usw. werden es sich am Umsatz merken.
    Ausserdem werden die Daten verwertet um die nicht angemeldeteten Hunde festzustellen.

  23. Kathrin L. sagt:

    Die Argumente für den Chip kann ich keinesfalls nachvollziehen. Mehr Sicherheit??? Beißer und ihre Hundehalter können besser identifiziert werden??? Was für ein Quatsch! Mein Hund trägt eine Hundemarke am Halsband(Personalausweis) – vollkommen ausreichend! Wenn mein Hund beißt und ich mich meiner Verantwortung stelle, so bin ich bereits identifiziert. Wenn mein Hund beißt und ich mit ihm wegrenne, nützt der Chip ebensowenig wie die Hundemarke. Nein … solche Argumente sind vollkommen unüberlegt. Hinzu kommt, dass es sehr wohl ein massiver Eingriff ist einen Chip zu setzen. Ich möchte keinen haben und werde auch meine Hündin vor so einem Eingriff schützen. Da ich mich etwas mit chinesischer Medizin, Akkupunktur und Akkupressur auskenne, kann ich mit Sicherheit behaupten, dass ein Chip dauerhaft zu einem energetischen Ungleichgewicht im Körper führt, auch wenn sich dies zunächst nur auf subtile Weise bemerkbar zu machen scheint. Ob Tattoo oder Chip … für mich ist beides nicht vertretbar. Was tun wir unseren besten Freunden an?

    Was du nicht willst das man dir tu … das füge keinem anderen zu!

  24. Kathrin L. sagt:

    Besserer Vorschlag: Ich bin dafür, dass jeder Hund eine Hundemarke trägt und Haftpflichtversichert ist. Wer dies nicht vorweisen kann, könnte meinetwegen mit hohen Geldbussen geahndet werden. Jene, die bereits aufgefallen sind müssen einen Hundeführerschein machen. Diese können meinetwegen zu einer Verhaltentherapie (Hund und Mensch)oder zu ausnahmslosen Leinenzwang verdonnert werden. Für diejenigen aber, die liebevoll mit ihren Hunden umgehen (was sich in aller Regel in einem entspannten Hundewesen wiederspiegelt) sollten die bisherigen Vorschriften abgemildert werden!

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